| Antiquariat Peter Petrej | |||||||
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| Faksimile - Aratea. Bibliothek der Rijksuniversiteit Leiden, Ms. Voss. Lat. Q. 79. (2 Bde.). Luzern, Faksimile-Vlg., 1981 8° (23 x 21 cm), 100 Bl., 39 ganzseitigen farb. Bilder; Kommentarbd.: 206 S., Aufgerautes Naturleder( Kommentarbd. HLdr.) in Lederschuber., Tadellos. Vergriffen! Nr. 14 von 980 Exemplaren. Eine Sternstunde der Buchmalerei. Ein Leitstern des abendländischen Weltbildes Unter den astronomischen Handschriften aus dem Umfeld der karolingischen Renaissance ist die Aratea aus der Leidener Bibliothek die berühmteste. Im zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts, zur Zeit Ludwigs des Frommen (814 840), wurde ein uns unbekannter Künstler damit beauftragt, nach einem spätantiken Vorbild eine neue Bilderhandschrift zu gestalten. Als Text dienten dem Schreiber Auszüge aus den "Phainomena". Dem hohen Anspruch der Handschrift gemä§ wurden die Rückseiten der Bilder unbeschrieben gelassen. Die fein ausgewogene Schrift, die sogenannte "Capitalis Rustica", ist auch für den heutigen Betrachter ausgesprochen gut lesbar. Da sie aber im 13. Jahrhundert kaum gelesen werden konnte, hat zu dieser Zeit ein Schreiber den Text nochmals in gotischer Schrift kopiert ein Beweis für die dauerhafte Beliebtheit, die die Aratea Jahrhunderte hindurch genossen hat. Erfüllung uralter Wünsche So alt wie die Menschheit, so alt ist das Rätsel um die Geheimnisse des nächtlichen Sternenhimmels. Die abendländische Kultur verdankt ihre Vorstellung eines geordneten Himmels den Griechen, die ihrerseits die Sternbilder in ihrem Kreislauf nach orientalischen Vorbildern benannten. Die Griechen erkannten ihre Mythologien in den Sternen wieder, die schon der Dichtervater der abendländischen Kultur, Homer, besang. Der griechische Dichter Aratos von Soloi (um 310 bis 245 v. Chr.) schuf dann die berühmten "Phainomena", ein Lehrgedicht über Himmelserscheinungen und Wetterzeichen. Dieses Werk bezeichnete Kallimachos als das köstlichste Epos der Welt. Die Römer übernahmen das Werk in ihren Kulturkreis. Es wurde von Claudius Caesar Germanicus ins Lateinische übersetzt. Von dort aus fand es Verbreitung bis ins christliche Mittelalter der Zeit Karls des Gro§en und war bis zur Ausbreitung der arabischen Astronomie grundlegend für das abendländische Weltbild des nächtlichen Himmels. Eine kaiserliche Auftraggeberin? Gemä§ kunsthistorischen und paläographischen Forschungen hat die prachtvolle Handschrift ihren Ursprung im späteren Lothringen. Im frühen Mittelalter waren noch die Erhaltung der Wissenschaften und des klassischen Erbes der Antike die Hauptaufgaben der gelehrten Welt. Die mutma§liche Auftraggeberin war Kaiserin Judith, die zweite Frau Kaiser Ludwigs des Frommen, eine gro§e Förderin der Künste und Wissenschaften. Bekannt ist sie vor allem durch ihren Kampf für die Rechte ihres Sohnes, Karls des Kahlen. Später befand sich die Handschrift vermutlich in der nordfranzösischen Abtei Saint-Bertin. Im 16. Jahrhundert kam die Handschrift in den Besitz des Genter Patriziers und Humanisten Jakob Susius, bevor sie von Hugo Grotius wiederentdeckt wurde. Später gehörte die Handschrift der Königin Christina von Schweden. Diese überlie§ die Aratea vor ihrer Abreise nach Rom ihrem Bibliothekar Isaac Vossius. 1690 erwarb die Universität Leiden die Handschrift. Sternstunden der Buchmalerei Die Handschrift ist mit 39 ganzseitigen Bildern illustriert. Diese sind nach antiker Tradition fast quadratisch angelegt. Als Hintergrund wählte der au§ergewöhnlich begabte Künstler, vermutlich vom nächtlichen Himmel inspiriert, ein geheimnisvolles Blau, von einem feuerroten Band eingerahmt. Die Sterne selbst sind mit Gold aufgelegt, so da§ sie, abhängig vom Lichteinfall, funkeln wie ihre Vorlagen am realen Firmament in schönen, wolkenlosen Nächten. Erlesen sind die Darstellungen der Sternbilder, traditionsgemä§ versinnbildlicht als mythologische Gestalten und Figuren, unter denen die antike Welt die Sternzeichen sah, die ihre gelehrten Astronomen am Himmel beobachtet hatten. Seit den Jahrhunderten der Frühzeit hatten sie Tageszeiten und Jahreswechsel angezeigt; Seefahrern und Landleuten waren sie Wegweiser und Wetterzeichen gewesen. Gerade die lebenden Wesen strahlen in der Aratea eine Kraft und Plastizität aus, die dem Einflu§ der Antike zu verdanken ist. Geradezu revolutionär zu jener Zeit war das Konzept des Künstlers, Text und Bild zu trennen und jedes Bild separat auf einer ganzen Seite gro§ wiederzugeben. Erst Jahrhunderte später werden die besten Maler wieder die Kunst entdecken, eine Figur mit so wenigen Mitteln zu beleben, wie das der unbekannt gebliebene Buchmaler fertiggebracht hat. Der Kommentarband Der Kommentarband mit über 200 Seiten wurde von international anerkannten Wissenschaftlern verfa§t, die darin das Ergebnis jahrelanger Forschungen so präsentieren, da§ auch dem interessierten Laien der Zugang zu dieser geheimnisvollen Prunkhandschrift erschlossen wird. Die Experten: Dr. Pieter F. J. Obbema, Conservator Westerse Handschriften, Universiteitsbibliotheek Leiden, Prof. Dr. Florentine Mütherich, Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München, Prof. Bruce Eastwood, Professor für Wissenschaftsgeschichte, University of Kentucky, Lexington, Prof. Dr. Bernhard Bischoff, Professor der Universität München und Thomas A.-P. Klein. ISBN: 3785707126. CHF 5060.00 [Appr.: EURO 3344.75 US$ 5014.46 | £UK 3013.75 | JP¥ 442565] Book number: 49086 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. | ||
| MITSCHERLING, MARIA Medizinisch-Astrologischer Volkskalender (2 Bde.). [Faksimile u. Kommentarband]. Leipzig, Edition Leipzig, 1981 8°, zus. ca. 250 S., OHPrgt. in OLwd.-Schuber., Min. gebrauchsspurig, sonst tadell. (= Bibliotheca historico-naturalis antiqua). Einführung, Transkription und Glossar von Maria Mitscherling. Das Faksimile folgt dem in der Forschungsbibliothek Gotha befindlichen Original (Signatur: Chart. B 1238). Bei dem Text handelt es sich um eine mittelhochdeutsche Gebrauchshandschrift aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts mit farbigen Illustrationen der Tierkreiszeichen ISBN: 3785707126. CHF 143.00 [Appr.: EURO 94.75 US$ 141.71 | £UK 85.25 | JP¥ 12507] Book number: 52034 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. | ||
| Rudolf von Ems: Weltchronik. Der Stricker: Karl der Grosse. Kommentarband. Luzern, Faksimile-Vlg., 1987 2°, VIII, 307 S., 80 Textabb. Begleitheft 78 S., OHLdr., Kleiner Fleck auf Deckel, tadellos. VERGRIFFEN: Der wissenschaftliche Kommentarband rückt auf fast 400 Seiten die Handschrift ins Licht einer neuen, umfassenden Betrachtung. Zu diesem Zweck haben sich folgende Experten intensiv mit der Materie rund um die wundervolle Handschrift beschäftigt: Prof. Dr. Ellen J. Beer, Ordinarius für Kunstgeschichte des Mittelalters an der Universität Bern; Prof. Dr. Johannes Duft, Stiftsbibliothekar in St.Gallen, Honorarprofessor für mittelalterliche Geistesgeschichte an der Universität Innsbruck; Prof. Dr. Hubert Herkommer, Ordinarius für Germanische Philologie an der Universität Bern; Dr. Karin Schneider, Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek München; Prof. Dr. Stefan Sonderegger, Ordinarius für Germanische Philologie an der Universität Zürich, und Prof. Dr. Peter Wegelin, Kantonsbibliothekar in St.Gallen. ISBN: 3785707126. CHF 385.00 [Appr.: EURO 254.5 US$ 381.54 | £UK 229.5 | JP¥ 33673] Book number: 52445 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. | ||
| SCHILLING, DIEBOLD Faksimile - Berner Chronik 4. Bde. (I-IV) Faksimile. Bern, Aare Verlag, 1943 2°, Bd. I: 453 S.; II: 366 S.; III: 476 S.; IV: 477 -939 S., die faksimilierten Blätter sind teilweise farbig., OLdr. m. Deckelprägungen und 5 echte Bünden in Orig. Kart-Schubern., Ldr. wenig berieben, einige kleine Fleckchen, sehr schöne Exemplare. Die Schuber min. gebräunt und an den Kanten etwas eingerissen. Nr.1 von insgesamt 400 Exemplaren. Vermutlich wurde nur eine sehr kleine Anzahl in Ganzleder gebunden. Gesamtedition der drei Handschriften-Folianten ( Bd. III in 2 Teilbänden), die Schilling im Auftrag des Schultheissen Adrian von Bubenberg in den Jahren 1474 - 1483 für 'Rät und Burger' von Bern geschrieben und mit über 600 Bildern geschmückt hat. Sie sollte die Geschichte der Stadt Bern 'Évon dem anefange, als die stat Bern gestift ist, untz (bis) uff den hüttigen tag.' darstellen. Nach den Originalen im Besitz der Stadtbibliothek Bern sind 400 vierbändige Werke in einer einmaligen nummerierten Auflage hergestellt worden. Bearbeitetet von Oberbibliothekar Dr. Hans Bloesch, Bern, Konservator Dr. Paul Hilber, Luzern. Hergestellt auf den Pressen der Roto-Sadag AG in Genf. Buchschmuck und Einbandentwurf von Paul Boesch. Die Berner Chronik (auch Berner Schilling oder Amtliche Chronik) ist eine von Diebold Schilling dem Älteren verfasste Chronik der Burgunderkriege in der Tradition der Schweizer Bilderchronik. Unter Benützung der 1420 verfassten Stadtchronik Konrad Justingers schrieb Schilling bis 1483 drei mächtige Folianten, wovon der dritte sich der Burgunderzeit widmet, während die ersten beiden die Zeit von der Gründung Berns 1191 bis 1468 abdecken. ISBN: 3785707126. CHF 4180.00 [Appr.: EURO 2763 US$ 4142.38 | £UK 2489.5 | JP¥ 365598] Book number: 45309 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. | ||
| Faksimile - Codex Guta-Sintram. Bibliothèque du Grand Séminaire, Strasbourg, Ms. 37. (2 Bde.). Luzern, Faksimile-Vlg., 1982 2° (36 x 27 cm), 326 S., 230 teilw. ganzseitige farb. Bilder; Kommentarbd.: 240 S., Geprägter Rindsledereinband (Kommentarbd. HLdr.), Minimal beschienen, sonst tadellos. Vergriffen! Nr. 334 von 980 Exemplaren. Eine Kostbarkeit romanischer Buchkunst . Juwel romanischer Buchmalerei. Der Codex Guta-Sintram ist eine der kostbarsten Handschriften des Elsa§, die wegen ihres Alters, ihres au§ergewöhnlichen romanischen Buchschmucks und ihres hochinteressanten Inhalts zu den Kulturschätzen von europäischem Rang zählt. Auch die Tatsache, da§ Schreiber, Illustrator sowie Entstehungszeit bekannt sind, trägt zur Sonderstellung dieser einzigartigen Handschrift bei. Ein ungewöhnliches Teamwork Der Codex Guta-Sintram ist das gemeinsame Werk der Augustiner-Chorfrau Guta von Schwarzenthann und des Augustiner-Chorherrn Sintram von Marbach in der Nähe von Schwarzenthann. Die schöne Schrift stammt aus der Hand der Guta, während Sintram den wundervollen Buchschmuck mit ganzseitigen Bildern und zahllosen gro§en und kleinen Initialen ausführte. Gemeinsam vollendeten die beiden 1154 das prächtige Werk und weihten es der Jungfrau Maria. Das Kloster Marbach im Oberelsa§ wurde 1089 durch Manegold von Lauterbach gegründet, der dort die Augustiner-Chorherren ansässig machte. Dieses berühmte Kloster war danach Ausgangspunkt und Zentrum vieler bedeutender Neugründungen am Oberrhein, in Süddeutschland und in der Schweiz. Eine in ihrer Art einmalige Handschrift Der Codex Guta-Sintram ist ein Gebetbuch, das dem Gebrauch der Damen des Klosters Schwarzenthann diente. Aber damit ist er nicht ausreichend gewürdigt, denn er sprengt die engen Grenzen eines Gebetbuches: Er enthält auch Hinweise zum Lebenswandel und Lebensunterhalt der Chorfrauen; er diente als Rechtsbuch, denn er beinhaltet auch eine Abschrift päpstlicher Privilegien für den Konvent. Auch auf die Zeiteinteilung der Klosterinsassinnen wird eingegangen, denn es finden sich genaue Anweisungen zum Gebrauch des Kalenders und zur Berechnung des Osterdatums sowie ein umfangreicher Kalender mit dem Martyriologium. Dazu enthält das Buch ein auf die Monate aufgeteiltes, architektonisch gegliedertes Verzeichnis der in Marbach und Schwarzenthann verstorbenen Äbte, Pröpste, Mönche, Priorinnen und Nonnen. Weiter gehören zu diesem einmaligen Werk eine Sammlung von Predigten zum Tagesevangelium (ein Homiliar) und schlie§lich auch die Augustinerregel mit dem Kommentar des Hugo von St. Victor sowie die Consuetudines, eine Sammlung der im Kloster Marbach üblichen Gewohnheiten und Bräuche. Dazu kommt noch ein illustriertes Kalendarium. Romanische Tips für gesundes Leben Das wichtigste Element des Codex Guta-Sintram ist der aufwendig gestaltete Kalender, der über 70 Seiten der Handschrift reicht und die reichste Ausstattung erhalten hat. Die Seiten sind mit sich über die ganze Doppelseite hinziehenden Bildstreifen mit Initialen und Tierkreiszeichen und Dreiergruppen von Personen geschmückt. Auf Spruchbändern sind verschiedene medizinische, pharmakologische und gesundheitliche Ratschläge festgehalten, wie etwa Vorschriften für den Aderla§ oder Ratschläge für Essen und Baden. Empfohlen werden je nach Monat Arzneien pflanzlicher und tierischer Herkunft, heilkräftige Mischungen sowie Diätspeisen. Dieser mit Witz und Humor gestaltete diätetische Monatskalender gibt einen einmaligen Einblick in die klösterliche Pharmazie und Medizin des Mittelalters. Ein damit vergleichbares Beispiel gibt es weltweit nicht. Der Kommentarband Das gro§e Ereignis der Faksimilierung dieses wichtigen Werkes war Anla§ zu einer umfassenden wissenschaftlichen Untersuchung der Handschrift, die auch vom Nationalen Forschungsinstitut in Paris unterstützt wurde. Folgende Experten haben mitgewirkt: die Herausgeberin, Dr. Béatrice Weis, Centre National de la Recherche Scientifique, Strasbourg; Dr. Pierre Bachoffner, Strasbourg; Dr. Gérard Cames, Strasbourg; Abbé Jean Châtillon, Professor am Institut Catholique, Paris; Abbé Raymond Etaix, Bibliothekar der Facultés Catholiques, Lyon; Marie Popin, maître-assistente der Universität Strasbourg; R.P. Joseph Siegwart O.P., Professor an der Universität Freiburg i.Ü.; R.P. Luc Verheijen O.S.A., maître de recherche au C.N.R.S., Paris; Michel Parisse, Professor an der Universität Nancy; Robert Will, Chefarchitekt der Gemeinde Strasbourg und Cyrille Vogel, Professor an der theologischen Fakultät der Universität Strasbourg. ISBN: 3785707126. CHF 4070.00 [Appr.: EURO 2690.5 US$ 4033.37 | £UK 2424 | JP¥ 355977] Book number: 49089 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. | ||
| Faksimile - Das Graduale von Sankt Katharinenthal [Katharinental]. [Faksimile-Ausgabe, Kommentarband u. Begleitheft]. Luzern, Faksimile-Vlg., 1983 Graduale: 2° (50 x 35 cm), 314 farb. Bl. m. 71 tlw. m. Blattgold geschmückten Miniaturen, 13 ornamentale Initialen; Kommentarband: 4°, IX, 347 S., 85 Textabb., Graduale: OLdr. auf 3 echten Bünden m. 2 Ldr. Schliessen, Eisenbeschlägen u Mittelrosette; Kommentarbd.: OHLdr. Alles in filzkaschierter Holzkassette, Tadellos. Vergriffen. Nr. 774 von 930 Ex. Erstklassiges Faksimile der 1312 entstandenen Prachthandschrift, eines der bedeutendsten gotischen Kunstwerke der Schweiz, entstanden im Kloster St. Katharinenthal bei Diessenhofen. Der Textband mit der erstmaligen und umfassenden wissenschaftlichen Bearbeitung des Graduale. Das Faksimile wurde getreu dem Original im Format von 48 x 35 cm faksimiliert. Jedes der 314 Blätter sowie die nachgewiesenen Fragmente der beiden im Codex fehlenden Blätter wurden wiedergegeben. Sämtliche Blätter wurden originalgetreu randbeschnitten und danach von Hand auf echte Bünde geheftet. Der Einband besteht aus echtem Nappaleder und ist mit Eckbeschlägen, einer Mittelrosette und Schlie§en versehen. Der wissenschaftliche Kommentarband setzt sich ausführlich mit dem Graduale von St. Katharinenthal auseinander. Verlagswerbung: 'Das Graduale von St. Katharinenthal ist eines der bedeutendsten gotischen Kunstwerke der Schweiz und von unschätzbarem Wert für die Geistes-, Liturgie-, Kunst- und Kulturgeschichte des beginnenden Spätmittelalters. Ein Graduale ist ein liturgisches Buch, das jene Gesänge mit Notation enthält, die in lateinischer Sprache nach dem Kalender wechselnd im feierlichen Hochamt vorgetragen wurden. Für den Chor waren sehr gro§e Bände notwendig, aus denen man selbst aus grö§erer Entfernung noch gemeinsam singen konnte. Das erklärt auch die imposante Grö§e des Codex: die 628 Seiten (314 Blätter) haben ein Format von 48 x 35 cm. Aufgrund eines handschriftlichen Eintrags auf der Innenseite des Vorderdeckels lassen sich sowohl die Herkunft des Manuskripts aus dem Kloster St. Katharinental in der Nähe von Die§enhofen in der Schweiz als auch die Zeit der Vollendung der Handschrift um 1312 erschlie§en. Auf ein Blatt mit kalendarischen Angaben folgen 626 Seiten mit den lateinischen Gesängen nach dem Ritus des Dominikanerordens in gotischer Schrift. Die Noten sind im gregorianischen Vierliniensystem aufgezeichnet, wobei jede Seite neun Text- und neun Notenzeilen umfa§t. Die Texte, in damals üblicher "Littera textualis" geschrieben, verraten einen geübten Schreiber. Der Bilderschmuck des Werkes besteht aus 71 zierlich gemalten, reich mit Blattgold versehenen, farbenfrischen Miniaturen und 13 ornamentalen Prachtinitialen sowie unzähligen fein verzierten kalligraphischen Anfangsbuchstaben. An der gro§artigen künstlerischen Ausschmückung waren mindestens sechs, wenn nicht gar sieben Hände beteiligt. Es ist jedoch schwierig, eine genaue Händescheidung durchzuführen; sie sind nur in einzelnen Fällen möglich, in anderen bestehen jedoch gewisse Unsicherheiten, die nicht gänzlich ausgeräumt werden konnten. Als sicher kann jedoch gelten, da§ zwei Hauptmeister an der Ausstattung des Graduale von St. Katharinenthal beteiligt waren. Beide neigen zu monumentalen Formen und zeichnen sich durch hohe technische Perfektion aus. Die Miniaturen des Graduale sind insgesamt Spitzenleistungen gotischer Kunst. In ihrer strahlenden Luzidität, in ihrer Empfindsamkeit und ihrem vornehmen Charme, auch in der Besinnung auf das formal Wesentliche und die gelassene Klarheit der Komposition sind diese Miniaturen mehr als alle anderen Werke des Bodenseeraumes führend in der europäischen Kunstsprache. Das 1312 entstandene Graduale blieb bis ins 19. Jahrhundert hinein im Kloster Katharinenthal in Gebrauch. Auf welchen Wegen die Handschrift in den Jahren um 1820 in den Besitz eines Konstanzer Antiquars gelangte, ist bis heute unbekannt. Dieser machte das Graduale zum Mittelpunkt seines Museums. Er war es vermutlich auch, der die beiden am reichsten mit Miniaturen versehenen Seiten extrahierte. Sie befinden sich heute, in mehrere Teile zerlegt, bei verschiedensten Institutionen und auch in Privatbesitz. Schlie§lich tauchte die Handschrift Ende des 19. Jahrhunderts in England auf, wo sie bis 1958 verblieb. In diesem Jahr wurde der Nachla§ des bedeutenden Sammlers Sir Charles Dyson Perrins versteigert, worunter sich auch das wertvolle Graduale befand. Diese einmalige Chance der Rückführung nutzten mit vereinten Kräften der Schweizer Bundesrat, die Gottfried-Keller-Stiftung und der Kanton Thurgau durch eine bereitwillige Zusage finanzieller Beteiligung. So konnte das Meisterwerk am 9. Dezember 1958 erworben werden und wird seither wieder in der Schweiz aufbewahrt.' ISBN: 3785707126. CHF 9900.00 [Appr.: EURO 6544 US$ 9810.9 | £UK 5896.25 | JP¥ 865889] Book number: 37617 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. | ||
| SCHODOLER, WERNHER - WALTER BENZ (HG.) Faksimile - Die Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler. Um 1510 bis 1535 (Faksimile; 2 Bde. von 3). Luzern, Faksimile-Vlg., 1981 2° (39.5 x 29.5 cm), Kommentarbd.: 410 S.; Faksimilebd.: 183 Bl., OHLdr., Lwd. des Faks.-Bandes hinten min. stockfl., sonst tadell. (Der zweite Textbd. der Edition - mit den Teilen aus der Sophien-Bibl. Überlingen und Bibl. Zurl. in der Aargauischen Kantonsbilbiothek - fehlt. 1 von 1060 Ex. Im Kommentarbd. die vollständige Edition des Chroniktextes, zu Leben und Werk von W. Schodoler, zur Sprache und handschriftl. Überlieferung, Register. Der vorliegende Bd. II umfasst den Alten Zürichkrieg, den Österreichischen Krieg, Frieden von Baden, den Armagnakenkrieg bis zur Konstanzer Übereinkunft. Vorliegendes Ex. vermutlich ein Präsentationsexemplar, entgegen der Ausstattung der Normalausgabe mit ihrem Ganz-Ldr. und Schliessen in nüchternem HLdr. ISBN: 3785707126. CHF 990.00 [Appr.: EURO 654.5 US$ 981.09 | £UK 589.75 | JP¥ 86589] Book number: 35867 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. | ||
| Faksimile - Rudolf von Ems: Weltchronik. Der Stricker: Karl der Grosse. [Faksimile-Ausgabe und Kommentarband]. Luzern, Faksimile-Vlg., 1982, 1987 Weltchronik, 4° (29,5 x 20 cm), 294 farb. Bl. m. 58 tlw. m. Blattgold geschmückten Miniaturen, zahlreiche kleinere ornamentale Initialen; Kommentarband: 2°, VIII, 307 S., 80 Textabb. Begleitheft 78 S., Graduale: OLdr. auf 4 echten Bünden m. 2 Ldr. Schliessen, 16 Beschläge; Kommentarbd.: OHLdr.; Begleitheft: OBroschur, Kleiner Fleck auf Deckel, tadellos. VERGRIFFEN: Nr. 220 v. 980 Exemplaren (Letzer Verkaufspreis des Verlages: CHF 10.800.-). Die Faksimile-Edition ist bis ins kleinste Detail vollkommen originalgetreu im Originalformat von wiedergegeben. Die Weltchronik spannt sich über 436 Seiten, während "Strickers" Epos über Karl den Gro§en 152 Seiten einnimmt. Auch die 58 Miniaturen, die fast alle ein Format von 14 x 10 cm aufweisen, sind in ihrem spiegelnden Reflex und dreidimensionalen Eindruck reproduziert. Die Blätter wurden originalgetreu randbeschnitten und das Kapitalband von Hand umstochen. Der Einband entspricht in allen Teilen dem Originaleinband. Er besteht aus Nappa-Rindsleder und ist mit 16 Messingbeschlägen versehen. Der wissenschaftliche Kommentarband rückt auf fast 400 Seiten die Handschrift ins Licht einer neuen, umfassenden Betrachtung. Zu diesem Zweck haben sich folgende Experten intensiv mit der Materie rund um die wundervolle Handschrift beschäftigt: Prof. Dr. Ellen J. Beer, Ordinarius für Kunstgeschichte des Mittelalters an der Universität Bern; Prof. Dr. Johannes Duft, Stiftsbibliothekar in St.Gallen, Honorarprofessor für mittelalterliche Geistesgeschichte an der Universität Innsbruck; Prof. Dr. Hubert Herkommer, Ordinarius für Germanische Philologie an der Universität Bern; Dr. Karin Schneider, Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek München; Prof. Dr. Stefan Sonderegger, Ordinarius für Germanische Philologie an der Universität Zürich, und Prof. Dr. Peter Wegelin, Kantonsbibliothekar in St.Gallen. Das Lieblingsbuch des Mittelalters. Seit Jahrhunderten wird in St. Gallen eine ausgesprochen ritterliche Prachthandschrift des Spätmittelalters aufbewahrt. Dieser Codex bildet in Schrift und Sprache, in Miniaturmalerei und Verserzählung einen Höhepunkt der oberdeutschen Gotik. Die dichterische und malerische Ausgestaltung erzählt Weltgeschichte, wie sie sich den Augen und Ohren einer ritterlichen Gesellschaft in vornehmer Tafelrunde bei einem Becher Wein präsentierte. Um 1300 lie§ ein höfischer Auftraggeber zwei mittelhochdeutsche Dichtungen auf Pergament schreiben und mit belebten Szenen auf Goldgrund illuminieren. Die erste Niederschrift dieser Werke lag damals schon ein halbes Jahrhundert zurück. Es handelt sich um die Weltchronik des Rudolf von Ems und das Leben Karls des Gro§en, geschildert von einem unbekannten Autor, genannt Der "Stricker". Das Alte Testament als Hauptquelle der Weltgeschichte In seinen letzten Lebensjahren schrieb Rudolf von Ems auf Veranlassung des Stauferkönigs Konrad IV. eine Weltchronik in über 33000 paarweise gereimten Versen. Sie behandelt in mittelhochdeutscher Sprache die Geschichte von der Erschaffung der Welt bis zum Tode König Salomos. Die Weltchronik dürfte im ausgehenden Mittelalter zu einer der beliebtesten Dichtungen geworden sein, weil sie es verstand, biblische Geschichte in der Sprache der Zeit zu erzählen. Hier wurde biblisches Heilsgeschehen von der Betrachtung der Vergangenheit in die Bewährung der Gegenwart geführt. Dahin sollten den Leser auch die kostbaren Bilder geleiten: etwa von überschlanken Frauengestalten in wallenden Gewändern, von tapferen Rittern in Rüstung begleitet. Sie führen die Geschichte längst vergangener Jahrhunderte in die Erlebnisnähe des gotischen Hochmittelalters. So wurde die St. Galler Handschrift über den Bodenseeraum hinaus zum Vorbild späterer Bilderchroniken und in unserer Zeit zu einem wertvollen Zeugnis deutscher Miniaturkunst des Mittelalters. Karl der Gro§e - Idealbild des christlichen Herrschers. Das im Spätmittelalter vielgelesene Epos des "Strickers" geht in seinem Ursprung auf das altfranzösische Rolandslied zurück, das vom Regensburger "Pfaffen Konrad" um 1170 erstmals ins Deutsche übertragen worden war. Der "Stricker" erweiterte das alte Heldenlied aus dem Umkreis Karls zur in Versen erzählten Kunde ritterlicher Lebensformen. Im Mittelpunkt steht die Legende um Karl und seinen treuesten Kampfgefährten Roland, der mit dem Schwert Durandal und dem Horn Olifant gegen die Sarazenen kämpft, aber fällt, nachdem er wahre Wunder an Tapferkeit vollbracht hat. Der durch das Horn zu spät herbeigerufene Kaiser besiegt in der Schlacht die Sarazenen; dieser Kampf wird zum Symbol einer endgültigen Entscheidung zwischen Christen und Heiden. Ritterlich-höfisches Leben in kostbaren Miniaturen Die St. Galler Handschrift ist für die oberdeutsche Buchmalerei das bedeutendste Werk der Übergangszeit. Ihre 58 Miniaturen auf Goldgrund erzählen in frischer, körperhafter Sprache und alemannischer Erzählfreude das ritterlich-höfische Leben gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Die Unmittelbarkeit und Lebendigkeit des Ausdrucks bricht erstmals mit dem bisherigen Zackenstil, sie zeugt von einem neuen Geist, der von französischen Vorbildern beeinflu§t ist. Alttestamentarische Helden in Turnierrüstung, Hofdamen in wallenden gotischen Gewändern erzählen faszinierende biblische Geschichte und Heldensagen aus der Antike sowie aus dem Umkreis Karls des Gro§en. Rudolf von Ems und "Der Stricker" Rudolf von Ems stammte vermutlich aus dem Vorarlberger Ort Hohenems, der mit dem Kloster St. Gallen durch Jahrhunderte eng verbunden war. Geboren etwa um 1200, gehörte er dem ritterlichen Stand an und stieg später dank seiner hohen Bildung zum staufischen Hofdichter auf. Vom Leben des "Strickers" wei§ die Überlieferung noch weniger als von seinem Zeitgenossen Rudolf von Ems. Aus seinem Schaffen allerdings kann man schlie§en, da§ er kein Geistlicher war, wohl auch kein Ritter, sondern eher ein Bürgerlicher. Er nennt sich selbst einmal "heimatlos". Er dürfte aus dem deutschen Südwesten gekommen sein und hat neben Versepen auch gereimte Schwänke und Lehrgedichte verfa§t. ISBN: 3785707126. CHF 5720.00 [Appr.: EURO 3781 US$ 5668.52 | £UK 3406.75 | JP¥ 500291] Book number: 46632 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. | ||
| Faksimile - Très Belles Heures de Notre-Dame . Bibliothèque nationale, Paris, Nouv.acq.lat. 3093. (2 Bde.). Luzern, Faksimile-Vlg., 1992 4° (28 x 20 cm), 252 S., mit Pinsel- und Blattgold versehene Miniaturen; Kommentarbd.: 254 S., Rotes OLdr. goldgeprägt ( Kommentarbd. HLdr.) in Acrylglasschuber, Rücken minimal beschienen, sonst tadellos. Nr. 708 von 980 Exemplaren. Glanzvolle Bilderhandschrift des Herzogs von Berry . Eines der prachtvollsten Stundenbücher Die Bilderhandschrift "Très Belles Heures" markiert einen Höhepunkt mittelalterlicher Buchmalerei, geschaffen zu Beginn des 15. Jahrhunderts von den begnadetsten Künstlern jener Zeit. Auf 25 Miniaturseiten entfaltet sich die ganze Pracht der Buchmalerei, für die diese Handschrift berühmt ist. Nicht umsonst ist sie im Inventar des Herzogs von Berry als "sehr schönes Stundenbuch Unserer Lieben Frau in kunstvollen Lettern" beschrieben. Sowohl Text als auch Bild werden mit demselben erstaunlichen Aufwand ausgeschmückt. Verschwenderisches Gold und Farben von unerhörter Leuchtkraft werden für Szenen verwendet, die in kräftigen Bildern vom spätmittelalterlichen religiösen, aber auch profanen Leben erzählen. Jede der Miniaturseiten besteht aus drei Elementen. Einmal ist da die gro§e, tafelbildartige Miniatur, dann eine prachtvolle Initiale und schlie§lich eine figürliche Szene am unteren Blattrand. Insgesamt entstand so ein geschlossener Eindruck von höchster gestalterischer Qualität. Monumentalwerk mit abenteuerlicher Geschichte Die Très Belles Heures de Notre-Dame bildeten in ihrer ursprünglichen Gestalt eine der monumentalsten Handschriftenkonzeptionen der Kunstgeschichte. Aufgrund ihrer Schönheit und luxuriösen, aufwendigen Ausstattung war das Werk schon im Mittelalter als Kunst- und Sammelobjekt geschätzt. Im Verlauf ihrer wechselvollen Geschichte wurde die Handschrift nämlich in drei Teile aufgeteilt. 1412 schenkte der Herzog von Berry die gewaltige Bilderhandschrift seinem Schatzmeister Robinet d'Estampes. Dieser behielt das eigentliche Stundenbuch für sich. Die beiden anderen Teile des Werkes spezielle Gebete an einzelne Heilige und ein Me§buch gingen an das Haus von Bayern-Holland. Später gelangte das Me§buch nach Mailand, die Gebete kamen nach Turin. Die Turiner Gebete sind heute leider verloren: Sie fielen dem Brand der Bibliothek von 1904 zum Opfer, mit Ausnahme von vier Blättern, die sich heute im Musée du Louvre in Paris befinden (siehe Eintrag "Die Blätter im Louvre"). Das eigentliche Stundenbuch, das Robinet behalten hatte, blieb bis ins 18. Jahrhundert in Familienbesitz. Im 19. Jahrhundert wurde es von Baron Alphonse de Rothschild erworben, dessen Nachkommen die Handschrift 1956 der Bibliothèque nationale in Paris überlie§en. Einzigartige Stellung in der Kunstgeschichte Nach langwierigen wissenschaftlichen Untersuchungen durch den Verfasser des Kommentarbandes konnte eine bisher unbekannte, erstaunliche Tatsache festgestellt werden: Offensichtlich waren alle an der Handschrift beteiligten Maler eigentlich Tafelmaler. Jede einzelne Miniatur ist ein Kunstwerk für sich, eine Facette der reichhaltigen Fülle der Buchmalerei, die sich nicht auf die Traditionen der Metropole Paris beschränkte, sondern auch Maler aus Flandern miteinbezog. Diese Zusammenarbeit verschiedener Meister macht die Handschrift besonders reizvoll. Beteiligt waren der Meister des Paraments mit seiner monumentalen Kunst, der "Heilig-Geist"-Meister mit seinen heftig bewegten Bildern und schlie§lich der Meister Johannes des Täufers mit seinen weichen Farbtönen. Dazu kommt noch die herausragende Kunst der Brüder Limburg, denen zwei Miniaturseiten zugeschrieben werden. Die Künstler waren frei von vorgegebenen Gestaltungsprinzipien mittelalterlicher Buchmalerwerkstätten und verfuhren weitgehend nach eigenen Vorstellungen. Aber dieses au§erordentliche Werk der Pariser Buchmalerei um 1400 ist noch mehr: Es erwies sich als das wichtigste Zeugnis der weitgehend verlorengegangenen französischen Tafelmalerei dieser Epoche. Die einzigartige Gestaltung von Rahmung und Architektur wurde von den Malern dieses kunstgeschichtlich so wichtigen Werkes vermutlich zum ersten und zum letzten Mal ausprobiert. In einer ergänzenden Arbeit trugen nach 1412 auch die berühmten Brüder Limburg zur Perfektion dieser Handschrift bei: Sie gestalteten die letzten beiden Bilder der Handschrift in ihrem bekannten, überragenden Stil. Der prächtige Bucheinband in rotem Leder ist reich mit goldener Zierprägung und einem Wappen geschmückt; Steh- und Innenkanten sind vergoldet. In aufwendiger Handarbeit wurden die Blätter auf sechs echte Bünde geheftet. Der Kommentarband Zur Faksimile-Edition gehört als Schlüssel zum Verständnis ein wissenschaftlicher Kommentarband, in Ausstattung und Format dem Faksimile angepa§t, verfa§t von Eberhard König, Professor an der Freien Universität Berlin. Hier werden die Miniaturseiten ausführlich und verständlich kommentiert und die Schicksale dieses Stundenbuches, seiner Künstler und seines Auftraggebers beschrieben. ISBN: 3785707126. CHF 6380.00 [Appr.: EURO 4217.25 US$ 6322.58 | £UK 3799.75 | JP¥ 558017] Book number: 49026 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. | ||
| Faksimile - Tschachtlans Bilderchronik. Zentralbibliothek Zürich, Ms. A 120. (2 Bde.). Luzern, Faksimile-Vlg., 1986 4° (30 x 22 cm), 1060 S., 230 teilw. ganzseitige farb. Bilder; Kommentarbd.: 480 S., Geprägter Ganzledereinband (Kommentarbd. HLdr.) mit zwei Schliessen., Tadellos. Vergriffen! Nr. 36 von 980 Exemplaren. Die älteste Schweizer Bilderchronik. Der Ursprung der Schweizer Bilderchroniken In den Bilderchroniken des 15. und 16. Jahrhunderts schuf die damalige Eidgenossenschaft Kulturdokumente von einzigartigem Gepräge. Am Anfang steht ein erstaunliches Werk, dessen unbekümmerte Bildersprache von hohem künstlerischem Reiz ist. Das Besondere an Tschachtlans Chronik liegt in ihrem Bilderschmuck, den 230 farbigen, meist ganzseitigen Illustrationen, die noch ganz dem späten Mittelalter verhaftet sind und sich durch Unbekümmertheit und Frische auszeichnen. Alle Bilder erscheinen jeweils als reliefartiger Terrainausschnitt und bestechen durch ihre leuchtende und lebendige Darstellungsweise. Tschachtlan Politiker und Chronist Bendicht Tschachtlan erschien als zuverlässiger, hingebungsvoller Staats- und Verwaltungsmann; er war ein Angehöriger der begüterten und emporstrebenden oberen Mittelschicht, erfahren und ma§voll. Er stand dem Adel nahe und war auf Wahrung der Ehre seines Namens bedacht. Insgesamt stand er 45 Jahre lang im öffentlichen Dienst. Geboren wurde er um das Jahr 1420. 1448 trat er in den Gro§en Rat der Stadt Bern ein, 1452 verehelichte er sich. Als Mitglied des Rates war er in den Jahren von 1453 bis 1493 an den wichtigen Entscheidungen der Stadt beteiligt; seine Amtstätigkeit umfa§te wesentliche Teile der damaligen Wirkungsbereiche des Staates: Finanz- und Bauwesen, Recht, Wirtschaft und Aufsicht über geistliche Institutionen. Seit der Mitte der achtziger Jahre des 15. Jahrhunderts begann Tschachtlan, seine Ämter abzugeben. Der Chronist und Politiker verstarb im Herbst 1493. Die älteste Schweizer Bilderchronik Die Chronik Tschachtlans weist einige gro§artige Neuerungen auf dem Gebiet der Chronistik auf. Zum einen handelt es sich um die erste illustrierte Chronik; die Bilder sollten den Text augenfällig illustrieren. Zudem ist erstmals eine gesamte Rezeption der gro§en Geschichtsschreiber vor Tschachtlan, Konrad Justinger und Hans Fründ, in einem Band vorgenommen worden. Au§erdem liegt ein Teil der Chronik auch dem ersten Werk des Diebold Schilling zugrunde. Vermutlich hat der junge Schilling sogar mit redaktionellen Arbeiten an der Chronik Tschachtlans mitgewirkt. Eigentlicher Schreiber des Textes war Heinrich Dittlinger; auch er war Politiker in Bern. Gemeinsam schrieben die beiden die Chronik ohne amtlichen Auftrag, als reine Privatarbeit; im Nachwort bezeichnen sie sich selbst als Autoren und halten fest, die Chronik sei 1470 beendet worden. Eidgenössische Geschichte von 1152 bis 1470 Der Text ist nur zu einem kleinen Teil Tschachtlans eigenes Werk. Der erste Teil, der die Zeit bis 1431 behandelt, basiert auf der Amtlichen Berner Chronik des Konrad Justinger aus dem Jahr 1431. Im zweiten Teil, in dem der Alte Zürichkrieg zur Sprache kommt, bezog sich Tschachtlan auf die Chronik des Hans Fründ. Der Rest stammt vom Ratsherrn selbst. Änderungen fand Tschachtlan vor allem dort angebracht, wo Negatives über seine Heimatstadt Bern ausgesagt wurde. Es lag in seiner Absicht, Bern und seine Geschichte in den Vordergrund zu rücken. Da aber Bern seit 1323 mit den Waldstätten verbündet war und seit 1353 zur achtörtigen Eidgenossenschaft gehörte, ist Berns Geschichte zugleich eidgenössische Geschichte. Der Bilderschmuck Tschachtlan malt in bewundernswerter Mannigfaltigkeit. Kulturgeschichtlich sind diese Bilder eine unerschöpfliche Fundgrube: Waffen, Kleider, Uniformen, Belagerungs- und Kampftechnik und Lagerleben sind gut zu studieren. Mit geübtem Auge hält Tschachtlan auch Dinge des alltäglichen Lebens fest: Gerichtsszenen, das Leben auf dem Land, Städte und Schlösser. Daneben ist die Chronik erfüllt vom Kriegslärm und Feldzügen, Belagerungen und Eroberungen. Das ganze bunte Treiben in Stadt und Land, vor allem das Kriegerische jener Zeit, sowie das Gehabe gro§er Staatsmänner und das Leben einfacher Kriegsknechte: all diese Bereiche sind in der Chronik auf das hervorragendste eingefangen worden. Das Werk ist ein begeisternder Zeuge der Schweizer Geschichte. Der Kommentarband Der Kommentarband mit einem Umfang von über 470 Seiten erscheint als Halblederband im selben Format wie das Faksimile. Aus Anla§ der Faksimilierung haben namhafte Experten eine vollständige Untersuchung des Werkes und seines Umfeldes durchgeführt. Herausgeber des Kommentarbandes ist Prof. Dr. Alfred A. Schmid, Ordinarius für Kunstgeschichte, Universität Freiburg i.Ü. Die weiteren Autoren: Prof. Dr. Pascal Ladner, Ordinarius für historische Grundwissenschaften an der Universität Freiburg i.Ü., Dr. Sigmund Widmer, Nationalrat, alt Stadtpräsident von Zürich, Dr. Urs Martin Zahnd und Prof. Hans A. Michel, Bern, Vinzenz Bartlome, Bern. Entscheidend zum besseren Verständnis des Werkes trägt auch die vollständige Transkription des Textes durch Prof. Dr. Pascal Ladner bei. ISBN: 3785707126. CHF 6820.00 [Appr.: EURO 4508.25 US$ 6758.62 | £UK 4061.75 | JP¥ 596501] Book number: 49088 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. | ||
| Faksimile - Vom Einflu§ der Gestirne. Zentralbibliothek Zürich, Ms. C 54. (2 Bde.). Luzern, Faksimile-Vlg., 1981 4° (30 x 21 cm), 64 Bl., 56 farb. ganzs. u Text-Bilder. im Text; Kommentarbd.: 200 S., Braunes Rindsleder ( Kommentarbd. HLdr.) in Kartonschuber., Rücken etwas beschienen, sonst tadellos. Vergriffen! Nr. 617 von 980 Exemplaren. Ein astrologisch-medizinischer Ratgeber. Die "Atomphysik" des Mittelalters. Der spätmittelalterliche Mensch sah sich von einer irdischen Welt umgeben, deren stofflicher Aufbau von der Elementenlehre des Empedokles beschrieben wurde: Feuer, Erde, Wasser und Luft sind die vier Grundstoffe, aus denen sich alles konstituiert. Auch der menschliche Körper ist diesem Schema verhaftet, nur sind es hier die "Körpersäfte" nach Hippokrates, die die Elemente vertreten. Die Geltung der Elementenlehre erwies sich als nahezu unbegrenzt und schlo§ eine Vielzahl von Umwelterscheinungen ein, so etwa das Viererschema der Jahreszeiten, die Skala der Farben und auch die Verordnung pflanzlicher und mineralischer Heilstoffe. Nach mittelalterlichem Weltbild ist der Mensch sowohl wesensmä§ig als auch gesundheitlich von kosmischen Kräften bestimmt. Das beginnt mit dem Klima, dessen jahreszeitliche Schwankungen vom Lauf der Sonne durch den Tierkreis bestimmt werden, führt zur Wertigkeit der Monatstage, die von den Mondphasen abhängt, und äu§ert sich im Augenblick der Geburt, wo das herrschende Tierkreiszeichen, der den Tag regierende Planet und nicht zuletzt die Mondphasen Charakter und Schicksal des Neugeborenen bestimmen. Ein medizinisches Hausbuch Dieses vielschichtige astrale Wirkungsgefüge war äu§erst komplex und wurde im Rahmen eines Hochschulstudiums als eigenes Unterrichtsfach gelehrt. In dieser Situation sprang die Laienastrologie ein, die auf aufwendige Berechnungen und Tabellen verzichtete und dem Nichtfachmann handlich aufbereitetes Wissen vermittelte. "Vom Einflu§ der Gestirne" ist eine solche Zusammenfassung laienastrologischer Texte. Die Schrift weist dem Hausvater den Weg durch die klimatisch bedingten Schwankungen des Jahres, lehrt ihn das Schwei§baden, lä§t ihn wissen, wann er sich und den Seinen Blut entziehen, Abführgetränke reichen oder Einläufe machen lassen soll, und warnt ihn vor den schrecklichen Folgen, die der Aderla§ an verworfenen Tagen nach sich zieht. Vor allem wichtig sind die Planeten, die als Stundenregenten eingeführt werden. Ihre Stellung, ihr Lauf und ihre Anordnung untereinander sowie in bezug auf den Tierkreis kennzeichnen das makrokosmische Geschehen, das seinen Einflu§ auf irdische Gegebenheiten geltend macht. Sie bestimmen Wetter, Jahreszeiten, aber auch Tage und Stunden, wirken in alle Vorgänge, in alles Zeitliche hinein und strahlen selbstverständlich auch auf den Menschen aus. Charakter, Schicksal und Lebenserwartung des einzelnen Menschen werden von den Sternen und Planeten beeinflu§t; auch auf den Ablauf der Krankheit haben sie Einflu§, und jeder Arzt tut gut daran, ihre Stellung bei seinem Behandlungsplan zu berücksichtigen. Dieses Kompendium wird "Iatromathematisches Hausbuch" genannt. Unser Werk, der "Codex Schnurstab", benannt nach seinem Auftraggeber, einem Nürnberger Patrizier, nimmt unter den altdeutschen Sammelwerken einen besonderen Platz ein, da es in unerreichter Form diese Buchart zur Geltung bringt und durch seine ausgewogene Gestaltung etwas von der Harmonie des mittelalterlichen Weltbildes in unsere Zeit transferiert. Reichhaltiger und informativer Inhalt Die Handschrift beginnt von zwei späteren Händen aufgezeichnet mit genealogischen Angaben zum Geschlecht der Schnurstab. Danach folgen Tafeln zur Mond- und Festtagsberechnung, denen sich wiederum ein Kalender mit Monatsregeln anschlie§t. Danach folgen die Tierkreiszeichen in zwölf ausführlichen, reizvoll bebilderten Kapiteln. Als zweiter Themenbereich folgt die in sieben Teile gegliederte Textgruppe von den Wandelsternen, die neben einer Neujahrsprognose, den Stundenregenten sowie einer Darstellung der oberen Sphären vor allem eine aus verschiedenen Teilen zusammengestellte Planetenlehre enthält. Ein weiterer Themenbereich ist den Temperamenten gewidmet und schildert anschaulich unterstützt von ausdrucksstarken Miniaturen Verhalten und Eigenschaften der vier schon in der Antike bekannten und auch im Mittelalter verwendeten Konstitutionstypen (Choleriker, Phlegmatiker, Sanguiniker und Melancholiker). Ein letzter Themenkomplex geht schlie§lich auf die Gesundheitsregeln ein und behandelt medizinische Aspekte wie Aderla§ und Blutschau, aber auch Baden und Schröpfen sowie Luft und Luftverschmutzung. Das Werk führt danach mit psychotherapeutischen Hinweisen weiter. Den Abschlu§ bilden ein Rezeptanhang und Tafeln zur Festtagsberechnung sowie zur Bestimmung der Stundenregenten. Die Miniaturen Das mittelalterliche Weltbild war durch seine Geschlossenheit harmonisch, was auch in der Weltoffenheit der Miniaturen zum Ausdruck kommt. Die 54 Miniaturen stammen von gewandter Künstlerhand und stehen technisch auf der Höhe mittelalterlicher Buchmalerei. Edelste Farbstoffe nebst schimmerndem Blattgold wurden für die Ausführung der Kleinode verwendet. Der Künstler übernahm zwar die Bildmotive der Tradition, gestaltete sie aber eigenständig und in gro§er Variationsbreite aus. Er vereinigt gotischen Realismus mit altdeutscher Innigkeit und lä§t dabei die Heiterkeit spätmittelalterlichen Bürgertums durchscheinen. Er erweist sich als scharfsichtiger und weltoffener Beobachter der ihn umgebenden Welt des Mittelalters. Der Kommentarband Der wissenschaftliche Kommentarband dringt auf etwa 200 Seiten in die tiefsten Schichten der Handschrift vor. Folgende Experten haben Beiträge zum Werk verfa§t: Dr. Christoph Weisser, Medizinhistorisches Institut Würzburg, Prof. DDr. Gundolf Keil, Würzburg, und Prof. Dr. Huldrych M. Koelbling, Zürich. ISBN: 3785707126. CHF 1320.00 [Appr.: EURO 872.75 US$ 1308.12 | £UK 786.25 | JP¥ 115452] Book number: 49085 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. | ||
| SCHODOLER, WERNHER - ALFRED A. SCHMID, U.A (HG.) Faksimile - Die Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler. Um 1510 bis 1535 (2 Bde. Faksimile; 1 Kommentarband). Luzern, Faksimile-Vlg., 1980-83 2° (39.5 x 29.5 cm), Faksimilebde.: insgesamt 1048 Seiten mit 325 zum teil kolorierten Federzeichnungen; Kommentarbd.: 410 S.; , Faksimile: Bd. 1: Ganzleder mit Blindprägung, 2 Schliessen u. 10 Beschläge in OLwd.-Schuber; Bd. 2: Ganzleder mit Blindprägung, 2 Schliessen in OLwd.-Schuber; Kommentarband in OHLdr., Ldr. teilweise mit kleinen Flecken, sonst sehr schönes u tadelloses Exemplar. 102 von 980 arab. num. Exemplaren. Der 1. Band erzählt die Geschichte der Eidgenossenschaft bis zum Konzil von Konstanz (1415). Der Text ist in gotischer Kurrentschrift geschrieben. Zwar wurden die ursprünglich vorgesehenen Illustrationen, für die im Text der entsprechende Platz ausgespart ist, nie eingefügt, jedoch beginnen alle neuen Abschnitte mit farbigen Initialen und sind mit Rankenwerk geschmückt Dieser befindet sich in der Leopold-Sophien-Bibliothek in Ueberlingen u. wurde nicht faksimiliert, da es sich lediglich um einen Texband mit Initialen handelt. Der Text wurde jedoch transkripiert und ist im Kommentarbd. abgedruckt. Der 2. Band enthält hauptsächlich die Geschichte des Alten Zürichkrieges. Bis auf wenige selbstverfa§te Absätze stützt er sich vornehmlich auf Etterlin, den Berner Schilling und die Chronik der Stadt Zürich. Der Band ist mit 130 kolorierten Federzeichnungen sowie farbigen und goldenen Initialen geschmückt. Drei Zeichner haben ihn illustriert, von denen einer vermutlich Schodoler selbst war. Die Bilder dieses Bandes zeichnen sich durch eine überraschend atmosphärische Wirkung aus. Das mittelalterliche Weltbild der älteren Schweizer Bilderchroniken hat einem neuen Raum- und Lebensgefühl Platz gemacht. Der Künstler beobachtete scharf, und er vermochte seine Beobachtungen zu einer überzeugenden Bildkomposition zusammenzufassen. Dieser Teilband befindet sich in der Aargauischen Kantonsbibliothek. Der 3.Band beschreibt die Ereignisse aus dem Mühlhauserkrieg, dem Burgunderkrieg, dem Schwabenkrieg und den italienischen Feldzügen. Auch hier basiert Schodolers Werk auf der Berner Chronik des Diebold Schilling und auf Etterlin. Der dritte Band enthält 196 Federzeichnungen in Sepia, die von der Hand eines unbekannten Künstlers stammen. Dieser wächst in der Komposition über die früheren Chronikillustratoren hinaus. Die Landschaftsperspektive und dies ist neu hat Weite und Tiefe. Zudem spricht aus den Gebärden der dargestellten Menschen bereits das Körpergefühl der Renaissance. Die bildliche Aussage der Chronik des Wernher Schodoler gilt als charakteristisches Dokument der Zeit und als Zeugnis eines damals in so eigenartiger Weise verwirklichten Menschentypus, der Krieger und Künstler in sich vereinigte. Dieser befinde sich im Stadtarchiv Bremgarten. In dieser Edition sind jetzt alle Bände wieder vereinigt. Im Kommentarbd. die vollständige Edition des Chroniktextes, zu Leben und Werk von W. Schodoler, zur Sprache und handschriftl. Überlieferung, Register. Wernher Schodoler wurde 1490 in Bremgarten, der Stadt an der Reuss, geboren, wo seine Vorfahren bereits seit Jahrhunderten ansässig waren. Der Chronist selbst und seine Familie zählten zu den angesehensten Bürgern der Stadt. Sein Gro§vater und sein Vater hatten als Schulthei§en dem städtischen Gemeinwesen vorgestanden. Im ersten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts war Schodoler als Kanzleigehilfe in Bern tätig, wo er Einblick sowohl in die Politik dieses führenden eidgenössischen Ortes als auch in die berühmten dort aufbewahrten Chroniken gewann. In seine Heimatstadt zurückgekehrt, stieg Schodoler schnell die Karriereleiter empor. Bis zu seinem tragischen Tod an der Pest 1541 hatte er die höchsten Ämter in Bremgarten inne. Bis heute ist nicht bekannt, was den vielbeschäftigten Stadtschreiber, der überdies an mehreren Kriegszügen teilgenommen hatte, dazu bewog, aus eigener Initiative eine umfangreiche Chronik zu schreiben. Es ist die einzige Chronik, die aus einem Untertanengebiet stammt. Schon deshalb ist sie von gehobener Bedeutung. ISBN: 3785707126. CHF 3740.00 [Appr.: EURO 2472.25 US$ 3706.34 | £UK 2227.5 | JP¥ 327114] Book number: 45428 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. | ||
| SCHODOLER, WERNHER - ALFRED A. SCHMID, U.A (HG.) Faksimile - Die Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler. Um 1510 bis 1535 (2 Bde. Faksimile; 1 Kommentarband). Luzern, Faksimile-Vlg., 1980-83 2° (39.5 x 29.5 cm), Faksimilebde.: insgesamt 1048 Seiten mit 325 zum teil kolorierten Federzeichnungen; Kommentarbd.: 410 S.; , Faksimile: Bd. 1: Ganzleder mit Blindprägung, 2 Schliessen u. 10 Beschläge in OLwd.-Schuber; Bd. 2: Ganzleder mit Blindprägung, 2 Schliessen in OLwd.-Schuber; Kommentarband in OHLdr., Ldr. teilweise mit kleinen Flecken, sonst sehr schönes u tadelloses Exemplar. 233 von 980 arab. num. Exemplaren. Der 1. Band erzählt die Geschichte der Eidgenossenschaft bis zum Konzil von Konstanz (1415). Der Text ist in gotischer Kurrentschrift geschrieben. Zwar wurden die ursprünglich vorgesehenen Illustrationen, für die im Text der entsprechende Platz ausgespart ist, nie eingefügt, jedoch beginnen alle neuen Abschnitte mit farbigen Initialen und sind mit Rankenwerk geschmückt Dieser befindet sich in der Leopold-Sophien-Bibliothek in Ueberlingen u. wurde nicht faksimiliert, da es sich lediglich um einen Texband mit Initialen handelt. Der Text wurde jedoch transkripiert und ist im Kommentarbd. abgedruckt. Der 2. Band enthält hauptsächlich die Geschichte des Alten Zürichkrieges. Bis auf wenige selbstverfa§te Absätze stützt er sich vornehmlich auf Etterlin, den Berner Schilling und die Chronik der Stadt Zürich. Der Band ist mit 130 kolorierten Federzeichnungen sowie farbigen und goldenen Initialen geschmückt. Drei Zeichner haben ihn illustriert, von denen einer vermutlich Schodoler selbst war. Die Bilder dieses Bandes zeichnen sich durch eine überraschend atmosphärische Wirkung aus. Das mittelalterliche Weltbild der älteren Schweizer Bilderchroniken hat einem neuen Raum- und Lebensgefühl Platz gemacht. Der Künstler beobachtete scharf, und er vermochte seine Beobachtungen zu einer überzeugenden Bildkomposition zusammenzufassen. Dieser Teilband befindet sich in der Aargauischen Kantonsbibliothek. Der 3.Band beschreibt die Ereignisse aus dem Mühlhauserkrieg, dem Burgunderkrieg, dem Schwabenkrieg und den italienischen Feldzügen. Auch hier basiert Schodolers Werk auf der Berner Chronik des Diebold Schilling und auf Etterlin. Der dritte Band enthält 196 Federzeichnungen in Sepia, die von der Hand eines unbekannten Künstlers stammen. Dieser wächst in der Komposition über die früheren Chronikillustratoren hinaus. Die Landschaftsperspektive und dies ist neu hat Weite und Tiefe. Zudem spricht aus den Gebärden der dargestellten Menschen bereits das Körpergefühl der Renaissance. Die bildliche Aussage der Chronik des Wernher Schodoler gilt als charakteristisches Dokument der Zeit und als Zeugnis eines damals in so eigenartiger Weise verwirklichten Menschentypus, der Krieger und Künstler in sich vereinigte. Dieser befinde sich im Stadtarchiv Bremgarten. In dieser Edition sind jetzt alle Bände wieder vereinigt. Im Kommentarbd. die vollständige Edition des Chroniktextes, zu Leben und Werk von W. Schodoler, zur Sprache und handschriftl. Überlieferung, Register. Wernher Schodoler wurde 1490 in Bremgarten, der Stadt an der Reuss, geboren, wo seine Vorfahren bereits seit Jahrhunderten ansässig waren. Der Chronist selbst und seine Familie zählten zu den angesehensten Bürgern der Stadt. Sein Gro§vater und sein Vater hatten als Schulthei§en dem städtischen Gemeinwesen vorgestanden. Im ersten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts war Schodoler als Kanzleigehilfe in Bern tätig, wo er Einblick sowohl in die Politik dieses führenden eidgenössischen Ortes als auch in die berühmten dort aufbewahrten Chroniken gewann. In seine Heimatstadt zurückgekehrt, stieg Schodoler schnell die Karriereleiter empor. Bis zu seinem tragischen Tod an der Pest 1541 hatte er die höchsten Ämter in Bremgarten inne. Bis heute ist nicht bekannt, was den vielbeschäftigten Stadtschreiber, der überdies an mehreren Kriegszügen teilgenommen hatte, dazu bewog, aus eigener Initiative eine umfangreiche Chronik zu schreiben. Es ist die einzige Chronik, die aus einem Untertanengebiet stammt. Schon deshalb ist sie von gehobener Bedeutung. ISBN: 3785707126. CHF 3740.00 [Appr.: EURO 2472.25 US$ 3706.34 | £UK 2227.5 | JP¥ 327114] Book number: 48339 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. | ||
| SCHODOLER, WERNHER - ALFRED A. SCHMID, U.A (HG.) Faksimile - Die Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler. Um 1510 bis 1535 (2 Bde. Faksimile; 1 Kommentarband). Luzern, Faksimile-Vlg., 1980-83 2° (39.5 x 29.5 cm), Faksimilebde.: insgesamt 1048 Seiten mit 325 zum teil kolorierten Federzeichnungen; Kommentarbd.: 410 S.; , Faksimile: Bd. 1: Ganzleder mit Blindprägung, 2 Schliessen u. 10 Beschläge in OLwd.-Schuber; Bd. 2: Ganzleder mit Blindprägung, 2 Schliessen in OLwd.-Schuber; Kommentarband in OHLdr. in OLwd.-Schuber, Rücken. fleckig, sonst schönes u. tadelloses Exemplar. 236 von 980 arab. num. Exemplaren. Der 1. Band erzählt die Geschichte der Eidgenossenschaft bis zum Konzil von Konstanz (1415). Der Text ist in gotischer Kurrentschrift geschrieben. Zwar wurden die ursprünglich vorgesehenen Illustrationen, für die im Text der entsprechende Platz ausgespart ist, nie eingefügt, jedoch beginnen alle neuen Abschnitte mit farbigen Initialen und sind mit Rankenwerk geschmückt Dieser befindet sich in der Leopold-Sophien-Bibliothek in Ueberlingen u. wurde nicht faksimiliert, da es sich lediglich um einen Texband mit Initialen handelt. Der Text wurde jedoch transkripiert und ist im Kommentarbd. abgedruckt. Der 2. Band enthält hauptsächlich die Geschichte des Alten Zürichkrieges. Bis auf wenige selbstverfa§te Absätze stützt er sich vornehmlich auf Etterlin, den Berner Schilling und die Chronik der Stadt Zürich. Der Band ist mit 130 kolorierten Federzeichnungen sowie farbigen und goldenen Initialen geschmückt. Drei Zeichner haben ihn illustriert, von denen einer vermutlich Schodoler selbst war. Die Bilder dieses Bandes zeichnen sich durch eine überraschend atmosphärische Wirkung aus. Das mittelalterliche Weltbild der älteren Schweizer Bilderchroniken hat einem neuen Raum- und Lebensgefühl Platz gemacht. Der Künstler beobachtete scharf, und er vermochte seine Beobachtungen zu einer überzeugenden Bildkomposition zusammenzufassen. Dieser Teilband befindet sich in der Aargauischen Kantonsbibliothek. Der 3.Band beschreibt die Ereignisse aus dem Mühlhauserkrieg, dem Burgunderkrieg, dem Schwabenkrieg und den italienischen Feldzügen. Auch hier basiert Schodolers Werk auf der Berner Chronik des Diebold Schilling und auf Etterlin. Der dritte Band enthält 196 Federzeichnungen in Sepia, die von der Hand eines unbekannten Künstlers stammen. Dieser wächst in der Komposition über die früheren Chronikillustratoren hinaus. Die Landschaftsperspektive und dies ist neu hat Weite und Tiefe. Zudem spricht aus den Gebärden der dargestellten Menschen bereits das Körpergefühl der Renaissance. Die bildliche Aussage der Chronik des Wernher Schodoler gilt als charakteristisches Dokument der Zeit und als Zeugnis eines damals in so eigenartiger Weise verwirklichten Menschentypus, der Krieger und Künstler in sich vereinigte. Dieser befinde sich im Stadtarchiv Bremgarten. In dieser Edition sind jetzt alle Bände wieder vereinigt. Im Kommentarbd. die vollständige Edition des Chroniktextes, zu Leben und Werk von W. Schodoler, zur Sprache und handschriftl. Überlieferung, Register. Wernher Schodoler wurde 1490 in Bremgarten, der Stadt an der Reuss, geboren, wo seine Vorfahren bereits seit Jahrhunderten ansässig waren. Der Chronist selbst und seine Familie zählten zu den angesehensten Bürgern der Stadt. Sein Gro§vater und sein Vater hatten als Schulthei§en dem städtischen Gemeinwesen vorgestanden. Im ersten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts war Schodoler als Kanzleigehilfe in Bern tätig, wo er Einblick sowohl in die Politik dieses führenden eidgenössischen Ortes als auch in die berühmten dort aufbewahrten Chroniken gewann. In seine Heimatstadt zurückgekehrt, stieg Schodoler schnell die Karriereleiter empor. Bis zu seinem tragischen Tod an der Pest 1541 hatte er die höchsten Ämter in Bremgarten inne. Bis heute ist nicht bekannt, was den vielbeschäftigten Stadtschreiber, der überdies an mehreren Kriegszügen teilgenommen hatte, dazu bewog, aus eigener Initiative eine umfangreiche Chronik zu schreiben. Es ist die einzige Chronik, die aus einem Untertanengebiet stammt. Schon deshalb ist sie von gehobener Bedeutung. ISBN: 3785707126. CHF 3300.00 [Appr.: EURO 2181.5 US$ 3270.3 | £UK 1965.5 | JP¥ 288630] Book number: 52958 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. | ||
| Faksimile - Les Très Riches Heures du Duc de Berry. Musée Condé, Chantilly, Ms. 65. (2 Bde.). Luzern, Faksimile-Vlg., 1984 4° (31 x 22 cm), 416 S., 131 reich mit Gold und Silber ausgelegte Prachtminiaturen sowie über 3000 Goldinitialen; Kommetarbd.: 4°, 435 S., zahlreiche Abb., Rotes OLdr. goldgeprägt; ( Kommentarbd. HLdr.), Faksimile: Kleiner Fleck auf Rückendeckel, sonst tadellos. Kommentarbd tadell. Vergriffen! Nr. LXXIX von 80 röm. num . Exemplaren. (Insgesamt 980 Exemplare). Ohne Kommentarband. Die Königin der Handschriften. Tafelbilder in Buchform. Diese prachtvolle Handschrift zählt zu den berühmtesten und kostbarsten Büchern der Welt und ihre Miniaturen zu den schönsten des Mittelalters. Die Schrift ist von au§ergewöhnlicher Schönheit und Klarheit und reich mit Initialen und Randleisten geschmückt. Was der Handschrift aber zu ihrem Weltruhm verholfen hat, sind in erster Linie die gro§artigen Miniaturen in der Art von Tafelbildern. Die Namen der beteiligten Künstler sind glücklicherweise bekannt: die Brüder Limburg und Jean Colombe, gro§e Meister ihrer Zeit. Einsam überragt das zwischen 1410 und 1485 entstandene Werk an Innovation und Kühnheit die übrigen Werke seiner Zeit. Geheimnisvolle Geschichte Die Très Riches Heures wurden vom grö§ten Bibliophilen seiner Zeit, dem Duc de Berry, um 1410 in Auftrag gegeben. Durch den Tod des Auftraggebers 1416 kam die Arbeit jedoch zum Erliegen. Die noch unfertige und ungebundene Handschrift gelangte auf Erbschaftswegen in den Besitz des Hauses Savoyen zu Herzog Karl I., der das Prachtwerk vollenden lie§. Danach verliert sich seine Spur. Die Handschrift taucht erst wieder Mitte des 19. Jahrhunderts im Besitz eines italienischen Barons auf, von dem sie der Herzog von Aumale erwarb. Nach dem Sturz Napoleons III. gelangte die Handschrift nach Frankreich, wo sie heute noch im Schlo§ Chantilly, im Besitz des Institut de France, aufbewahrt wird. Die Künstler herausragende Meister ihrer Zeit Der Herzog von Berry beauftragte die Brüder Limburg, die seit 1404 im Dienst des Bibliophilen standen, die Handschrift auszuführen. Die Kunst der Brüder Paul, Hermann und Jean Limburg hatte ihr unverwechselbares, eigenes Gepräge, das sich jeder Nachahmung entzog. Ihr Werk war und blieb auch fortan ein Höhepunkt der abendländischen Malerei. Der plötzliche Tod der drei Brüder im Jahr 1416 hat jedoch die Fertigstellung der Handschrift verhindert. Nach längerer Unterbrechung setzte um 1485 Jean Colombe im Auftrag des Savoyer Herzogs die Arbeit fort. Er mu§ wohl vom Stil der Brüder Limburg beeindruckt gewesen sein, ahmte ihn aber nicht einfach nach, sondern entwickelte ihn den Vorstellungen seiner eigenen Zeit entsprechend weiter. Besonders die Kalenderblätter bergen noch Geheimnisse: So nimmt die kunsthistorische Forschung auch einen "Zwischenmaler" an, der um 1440 einige Kalenderbilder fertiggestellt haben könnte; das ist aber umstritten. Der Kommentarband Der wissenschaftliche Kommentarband beschreibt in deutscher, englischer oder französischer Sprache auf das genaueste die Handschrift sowie ihr historisches und kunsthistorisches Umfeld und bringt eine vollständige Transkription des Textes. Er wurde durch Raymond Cazelles, den Leiter der Handschriftensammlung in Chantilly, verfa§t. Die deutschsprachige Ausgabe wurde von Prof. Dr. Johannes Rathofer, Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Köln, bearbeitet. ISBN: 3785707126. CHF 10450.00 [Appr.: EURO 6907.5 US$ 10355.95 | £UK 6223.75 | JP¥ 913994] Book number: 52613 Click here to order or inquire at Antiquariat Peter Petrej. |
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